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Wir bauen lokale KI für mehr Unabhängigkeit, und das Modell hielt sich für Google

Wir bauen lokale KI für mehr Unabhängigkeit, und das Modell hielt sich für Google

Einer der Gründe, warum es uns gibt, ist eine schlichte Überzeugung: Deine Daten gehören dir, nicht einem Konzern auf einem anderen Kontinent. Deshalb beschäftigen wir uns gründlich mit KI-Modellen, die komplett auf eigener Hardware laufen. Kein Cloud-Dienst, keine Leitung nach draußen, nichts verlässt den Rechner. Was du hineingibst, bleibt da.

Um zu verstehen, wie weit man damit heute wirklich kommt, haben wir genau das ausprobiert: ein frei verfügbares, quelloffenes Sprachmodell auf einen ganz normalen Rechner gespielt, wie er auch als Spiele-PC unter vielen Schreibtischen steht. Installieren, starten, und als Erstes die naheliegendste aller Fragen stellen.

„Erzähl mir von dir"

Die Antwort kam prompt und mit voller Überzeugung: „Ich bin ein von Google entwickeltes Modell."

Das ist, gelinde gesagt, bemerkenswert. Wir hatten ein Modell installiert, das mit Google nichts zu tun hat, von einem ganz anderen Anbieter, frei und offen. Und das Erste, was es über sich selbst sagte, war schlicht falsch. Es hielt sich für das Produkt eines der größten Technologiekonzerne der Welt. Ausgerechnet das Werkzeug, das uns unabhängiger von solchen Konzernen machen sollte, stellte sich als einer von ihnen vor.

Warum eine KI ihren eigenen Namen nicht kennt

Der Grund dahinter ist weniger mysteriös, als er klingt, und er sagt viel darüber, was diese Modelle eigentlich sind. Ein Sprachmodell lernt, indem es gewaltige Mengen Text aus dem Internet liest. Und im Internet steht heute sehr viel Text von und über die großen, bekannten KI-Systeme. Wenn ein Modell beim Lernen tausendfach den Satz „Ich bin eine von Google entwickelte KI" gesehen hat, dann gibt es genau diesen Satz wieder, sobald jemand fragt. Nicht, weil es lügt. Sondern weil es nachspricht, was es am häufigsten gesehen hat.

Anders gesagt: Ein frisches Modell weiß nicht von selbst, wer es ist. Es hat keine Identität, es hat Statistik. Und die zeigte in diesem Fall eben auf Google.

Was wir daraus gemacht haben

Man könnte das als skurrile Randnotiz abtun. Wir sehen das Gegenteil darin, eine kleine Geschichte über ein größeres Thema.

Ganz praktisch zuerst: Wir haben dem Modell seine Identität nicht länger selbst überlassen, sondern sie ihm fest mitgegeben. Eine klare Vorgabe, die bei jedem Start vorausgeht und festlegt, wer es ist, woher es kommt, dass es lokal läuft und keine Daten nach draußen gibt. Und weil eine einmalige Vorgabe nicht genügt, gehört seitdem eine kurze Prüfung zum festen Ablauf: Bevor das Modell in Betrieb geht, fragen wir es, wer es ist, und vergleichen die Antwort mit dem, was sie sein soll. Wir nehmen nicht an, dass es stimmt. Wir prüfen es.

Das ist dieselbe Haltung, die sich durch unsere ganze Arbeit zieht. Eine Sache gilt erst dann als in Ordnung, wenn sie nachweislich in Ordnung ist, nicht schon, wenn sie plausibel klingt. KI klingt nämlich immer überzeugend, auch wenn sie danebenliegt. Genau deshalb ist die nüchterne Gegenprobe so wertvoll.

Unabhängigkeit ist kein Installationsbefehl

Und dann ist da der Teil, der uns an dieser Geschichte der liebste ist, weil er im Kleinen zeigt, was Unabhängigkeit eigentlich bedeutet.

Ein Modell auf den eigenen Rechner zu holen, macht es nicht automatisch zu deinem. Souveränität über die eigenen Daten und Werkzeuge ist kein Zustand, den man mit einem Installationsbefehl geliefert bekommt. Man stellt sie Stück für Stück selbst her und überprüft sie danach. Ein Modell, das frisch installiert von sich behauptet, es sei Google, ist die freundlichste denkbare Erinnerung daran: Verlass dich nicht darauf, dass etwas unabhängig ist, nur weil es bei dir steht. Sieh nach. Stell es richtig ein. Prüf es nach.

Was das mit deinem Projekt zu tun hat

Genau diese Haltung bringen wir in jedes System mit, das wir für Kunden bauen. Wir setzen einer KI klare Grenzen, verankern, was verankert gehört, und prüfen das Ergebnis gegen die Wirklichkeit, statt es zu glauben.

Und wenn jemand verspricht, dass deine Daten bei dir bleiben, dann ist das kein Etikett, das man aufklebt. Es ist eine Eigenschaft, die man baut, einstellt und nachweist. Eine KI, die sich kurz für Google hielt, hat uns auf die charmanteste Art genau daran erinnert.


Aus dem Labor ist unsere Rubrik über das, was wir selbst bauen und betreiben, bevor wir es jemandem empfehlen. Warum sich die KI-Werkzeuge selbst ständig unter uns verändern und wie wir damit umgehen, liest du in Der Boden bewegt sich, also bauen wir Leitplanken. Fragen? Schreib uns.

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Ehrlich aufgeschrieben: was wir bauen, was schiefgeht und was wir daraus lernen.